Pflege von virusbelasteten Katzen🧬

Veröffentlicht am 24. Januar 2023 um 19:27

🦠FIP ("Feline infektiöse Peritonitis")

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Definition

Es ist eine virale Erkrankung, die hauptsächlich Hauskatzen betrifft und durch das Feline Coronavirus (FCoV) verursacht wird. Das Virus kann Entzündungen der Bauchfell (Peritonitis) verursachen und kann auch andere Organe wie die Lungen, Leber und Lymphknoten beeinflussen. FIP gilt als schwerwiegende und oft tödliche verlaufende Erkrankung.

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Ätiologie 

Die Ätiologie von Feline Infectious Peritonitis (FIP) ist eng mit dem Feline Coronavirus (FCoV) verbunden. Das FCoV ist ein Virus, das hauptsächlich Hauskatzen betrifft und das häufig in Tierheimen und in Haushalten mit vielen Katzen vorkommt. Es wird übertragen, indem die Katze den Virus durch den Kontakt mit infizierten Tieren, durch Tröpfcheninfektion oder durch Kontakt mit infizierten Oberflächen aufnimmt.

Die meisten Katzen, die mit dem FCoV infiziert sind, entwickeln keine Symptome und sind nicht ansteckend. Einige Katzen können jedoch eine leichte Erkrankung entwickeln, die als "atypische" oder "subklinische" Infektion bezeichnet wird. Ein kleiner Prozentsatz der infizierten Katzen (etwa 1-2%) entwickelt jedoch eine schwere Erkrankung, die als FIP bezeichnet wird.

Es ist noch nicht vollständig verstanden, warum einige Katzen FIP entwickeln, während andere nicht. Es wird vermutet, dass es mehrere Faktoren gibt, die die Entstehung von FIP beeinflussen, darunter:

  • Virustyp: Es gibt mehrere verschiedene Typen von FCoV, und einige sind anscheinend wahrscheinlicher, FIP zu verursachen als andere.

  • Immunsystem: Eine genetisch bedingte oder andere Immunschwäche kann das Risiko einer FIP-Entwicklung erhöhen.

  • Alter: Junge und ältere Katzen scheinen ein höheres Risiko zu haben, FIP zu entwickeln.

  • Stress: Stress kann das Immunsystem schwächen und das Risiko einer FIP-Entwicklung erhöhen. (Lese hierzu Maßnahmen zur Stressreduktion bei Katzen☀️)

  • Umweltbedingungen: enge und überfüllte Bedingungen, wie sie in vielen Tierheimen vorkommen, können das Risiko einer FIP-Entwicklung erhöhen.

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Impfung

Eine Impfung gegen Feline Coronavirus (FCoV) kann dazu beitragen, das Risiko einer Feline Infectious Peritonitis (FIP) zu reduzieren. Allerdings gibt es auch einige Nachteile, die berücksichtigt werden sollten:

✅Pros:

  • Eine Impfung gegen FCoV kann das Risiko einer FIP-Entwicklung reduzieren. Da FIP eine schwere und häufig tödlich verlaufende Erkrankung ist, kann eine Impfung dazu beitragen, das Risiko einer Erkrankung zu minimieren.
  • Eine Impfung kann dazu beitragen, das Risiko einer Ansteckung mit FCoV zu reduzieren.
  • Eine Impfung kann dazu beitragen, das Risiko von respiratorischen Erkrankungen durch FCoV-Infektionen zu reduzieren.

🚫Cons:

  • Es gibt keine 100%ige Garantie, dass eine Impfung gegen FCoV eine FIP-Erkrankung verhindert, da es viele Faktoren gibt, die die Entstehung von FIP beeinflussen können.
  • Die Impfung gegen FCoV ist nicht in allen Ländern verfügbar und es gibt auch keine offiziellen Empfehlungen für die Impfung gegen FCoV von offiziellen Tiergesundheitsorganisationen.
  • Es gibt keine langfristigen Studien über die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung gegen FCoV.
  • Einige Tierärzte und Besitzer sind der Meinung, dass die Risiken der Impfung gegen FCoV die potenziellen Vorteile überwiegen.

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Symptome

Die Symptome von Feline Infectious Peritonitis (FIP) können variieren und hängen von der Art der Erkrankung und dem betroffenen Organ ab. Einige häufige Symptome von FIP sind:

  • Bauchfellödem: Eine Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum, die zu einem aufgedunsenen Bauch führen kann.
  • Fieber: Eine erhöhte Körpertemperatur, die häufig mit Infektionen einhergeht.
  • Appetitlosigkeit: Ein Mangel an Interesse an Essen oder Trinken.
  • Abmagerung: Ein ungewollter Verlust an Körpergewicht.
  • Anämie: Ein Mangel an roten Blutkörperchen, der zu Müdigkeit, Schwäche und Atemnot führen kann.
  • Gelbe Haut und Augen (Ikterus): Eine Gelbfärbung der Haut und Augen, die auf Leberprobleme hinweisen kann.
  • Atemnot: Schwierigkeiten beim Atmen, die durch Lungenprobleme verursacht werden können.
  • Abgeschlagenheit: Allgemeine Schwäche und Müdigkeit.
  • Erbrechen und Durchfall: Übelkeit und Verdauungsstörungen.

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Therapie und Pflegerische Hinweise 

Die Behandlung von FIP ist begrenzt und besteht hauptsächlich aus unterstützender Pflege. Ziel ist es, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Tieres zu verbessern. Dazu können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Flüssigkeitstherapie: um den Flüssigkeitsverlust durch das Bauchfellödem auszugleichen und um die Nierenfunktion zu unterstützen.
  • Ernährung: Um die Aufnahme von Nährstoffen zu verbessern, wird häufig spezielles, hochkalorisches Katzenfutter empfohlen.
  • Schmerzmedikation: um Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität des Tieres zu verbessern.
  • Steroide: um die Entzündung zu reduzieren und um das Ödem zu reduzieren.
  • Pflege zu Hause: Es ist wichtig, dass das Tier in einer ruhigen und stressfreien Umgebung gehalten wird, da Stress die Symptome verschlimmern kann. Siehe: Maßnahmen zur Stressreduktion bei Katzen☀️Es ist auch wichtig, dass das Tier regelmäßig von einem Tierarzt untersucht wird, um die Symptome und die Behandlung anzupassen.
  • Hygiene: Eine sorgfältige Reinigung und Desinfektion von Oberflächen und Gegenständen, die von infizierten Tieren berührt wurden, kann dazu beitragen, das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren.

  • Isolieren von infizierten Tieren: Es ist wichtig, erkrankte Tiere von gesunden Tieren zu isolieren, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Da die meisten FCoV-besiedelten Katzen keine Symptome entwickeln und nicht ansteckend sind, ist es jedoch nicht notwendig, die Tiere präventiv dauerhaft zu isolieren, sondern nur im Falle eines Krankheitsausbruchs (das betrifft in etwa 1-2% der besiedelten Katzen).

Es gibt mehrere experimentelle Behandlungen für Feline Infectious Peritonitis (FIP), die derzeit untersucht werden. Einige Beispiele sind:

  • Antivirale Medikamente: Einige antivirale Medikamente wie zum Beispiel GS-441524 und EIDD-2801 werden untersucht, um zu sehen, ob sie die Replikation des Feline Coronavirus (FCoV) hemmen und dadurch die Entwicklung von FIP verhindern können.
  • Immunglobulintherapie: Einige Studien haben gezeigt, dass die Verabreichung von gegen FCoV gerichteten Immunglobulinen (Antikörpern) die Symptome von FIP lindern und die Überlebenszeit verlängern kann.
  • Gene-Therapie: Es wurde untersucht, ob Gene-Therapie verwendet werden kann, um das Immunsystem der Katze zu stärken und die FIP-Symptome zu lindern.
  • Polyprenyl immunostimulant (PI): PI ist ein experimentelles Medikament das auf die Stimulation des Immunsystems abzielt und die Wirksamkeit bei FIP-Patienten untersucht wird.

Prognose

Die Prognose für Feline Infectious Peritonitis (FIP) ist leider in den meisten Fällen ungünstig. Die Mortalitätsrate für Feline Infectious Peritonitis (FIP) ist enorm hoch. Die Mehrheit der Katzen, die an FIP erkranken, sterben an der Krankheit. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass die Mortalitätsrate bei FIP bei über 80% liegen kann.

Eine frühzeitige Diagnosestellung und Behandlung kann jedoch dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Tieres zu verbessern. Die Behandlungsmöglichkeiten bei FIP sind begrenzt und bestehen hauptsächlich aus unterstützender Pflege und Schmerzmanagement.

Einige experimentelle Therapien, wie z.B. GS-441524, ein antivirales Medikament, das die Replikation des FCoV hemmt, werden derzeit untersucht und haben in einigen Fällen positive Ergebnisse gezeigt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Therapien derzeit noch nicht zugelassen und nicht für den Einsatz bei Tieren verfügbar sind.

Ferner muss der Besitzer regelmäßig mit dem Tierarzt über den Zustand des Tieres sprechen und die Pflege an die Bedürfnisse des Tieres anpassen.